Demitri Betts

9. Juni 2018 at 16:04

Alle Tickets sind ausverkauft. Die Luft in der Halle ist schon fast verbraucht. Raver, Reporter und Fotografen drängen sich vor der Bühne. Während Travestie-Königin >>Coco Brown<< auf der Bühne mit ihren Tänzern alles gibt, tobt die Menge vor Begeisterung. Ruhm, Erfolg und Geld für die perfekte Illusion in Glitzerfummel und High Heels. Auf der Bühne ein einziger Erfolg. Hinter der Bühne ein junger Mann, der sich aus seiner zweiten Haut schält und mehr als alles seine innere Leere spürt und den Wünsch nach einem sinnvollen Platz in der Welt.

Lebensstart im Gefängnis

Denn so ein Ort fehlt Demetri bereits, als er geboren wird. Er kommt in einem Gefängnis zur Welt und wird danach sofort von seiner Mutter getrennt. Demetri tritt eine Reise an, die nicht am gesuchten Ziel endet.
Erst ins Krankenhaus, danach ins Waisenheim, dann zur ersten Pflegefamilie. Als er von seinen neuen Adoptiveltern abgeholt wird, die auch seinen Bruder aufgenommen hatten, erwacht Demetri in einem Albt-raum. Sein Vater entpuppt sich als Schläger, der ihn und seinen Bruder sogar Nachts weckt, um sich an i
hnen abzureagieren. „Das verrückte daran war: Wir dachten mit der Zeit, es sei normal“ erinnert sich
Demetri später.

Zwischen Gewalt und Einsamkeit

Als das Sozialamt hört, dass sein Vater Demetri zu Hause misshandelt, geht seine Reise weiter: In zwei weitere Pflegefamilien und schließlich wieder in ein Pflegeheim. Als er dort eines Tages im Büro einer Mitarbeiterin sitzt, erfährt er, dass seine Eltern die Adoption wieder rückgängig machen wollen. „Warum, ich muss den Grund wissen“, fragt er verzweifelt. „Sie wollten nicht mehr für deine Kosten im Heim aufkommen“, lautet die ernüchternde Antwort. Für Demetri bricht seine elende Welt noch einmal zusammen: „Heißt das, sie wollen mich nicht mehr, weil ich zu teuer bin?“ Er fühlt sich einsam, ungeliebt und wertlos. Auf bittere Weise scheint das wahr zu werden, was sein Bruder Donovan ihm früher schon einmal gesagt hat: „Niemand will uns haben, verstehst du? Wir sind allen nur lästig.“

Auf der Straße

Die Rumschieberei in neuen Familien geht weiter, bis schließlich die Straße Demetris vorläufiges Zuhause wird. Er hat nichts mehr zu verlieren – weder seine Würde noch seine Gesundheit oder sein Leben. Er nimmt Drogen. „Nennt mir eine Droge, und ich sage euch, dass ich sie genommen, hergestellt und verkauft habe“, erzählt er im Rückblick. Er fühlt sich als niemand, von keinem Menschen gemocht. Nicht mal von sich selbst. Was auch immer er anpackt, misslingt. Er hasst sein Leben und diese unsichtbare Macht, die mit seinem Schicksal Poker spielt – und von der er nicht mal genau weiß, ob es sie denn überhaupt gibt. Und deswegen will er seinen Endschluss endlich in die Tat umsetzen.

Dreimal sterben wollrn

Er würde sich erhängen. An einem Baum im Park, mit einem Gürtel. Bevor er vom Ast springt, schreit er in den Himmel: „Warum hast du mich geschaffen? Damit ich ein Leben lang gequält werde? Ich hasse dich, Gott! Ich will nichts mit dir zu tun haben! Du liebst mich nicht, also ist es besser, wenn es m

ich nicht gibt! Ich werde jetzt springen! Zufrieden?“ Eine Antwort aus dem Himmel bekommt er nicht. Nur der Ast bricht unter seinem Gewicht, und Demetri überlebt – furchtbar wütend. Zwei Wochen später versucht er es noch einmal. Er schluckt drei Packungen Schlafpillen auf einmal und erwacht am nächsten Morgen im Krankenhaus. Stinksauer, das es wieder nicht funktioniert hat. Der dritte Versuch soll die endgültige Erlösung au

s seinem elenden Leben schaffen. „Ich hatte den perfekten Plan: Ich würde mich derart betrinken, dass ich nicht mehr gerade gehen konnte, und mich dann in den See werfen. Ich war kein besonders guter Schwimmer. Dieses Mal würde ich nicht überleben“, war sich Demetri sicher. Als er sich auf den Weg zum See machte, platzt der Schmerz seine Bedeutungslosigkeit seines Lebens – ohne Familie, von den engsten Freunden verraten, von den Ersatzeltern verstoßen, ungewollt, wertlos – noch einmal aus ihm heraus, und er brüllt Gott an:“ Warum lässt du mich so leiden, was habe ich dir getan? Es kümmert dich ein Dreck, wenn wir hier unten verrecken. Hab ich recht? Ich wette du kennst mich nicht einmal. Antworte mir, wenn du den Mut dazu hast!“

Demitri als Travestiestar

Von Gott überwältigt

Er flucht, spuckt und schäumt vor Wut und Verzweiflung. Und plötzlich antwortet Gott wirklich. Mitten auf der Straße an einem stinknormalen Freitag-Nachmittag im Frühling. Und Demetri ist schlagartig klar, dass es einen Gott gibt, der ihn liebt und einen Plan für sein Leben hat. „Es gibt keine Wort, die die Herrlichkeit Gottes beschreiben. Und doch habe ich sie gesehen. Ich sah und spürte zum ersten mal in meinem Leben wahre Freude. Ich hatte nie zuvor erlebt, was es heißt, wirklich glücklich zu sein. Gleichzeitig war ich von mehr Liebe umgeben, als ich mir jemals von Eltern, Freunden oder Beziehungen erträumt und erwü-

nscht hatte. Keine Person dieser Welt hätte mich jemals so berühren können. Mich überwältigte eine derartige Ehrfurcht, dass es mich auf die Knie warf“, beschreibt Demetri seine Begegnung mit Gott heute. „Ich wusste nicht, was mit mir vorging. Doch alles, was ich sagen konnte, war „Danke, Jesus! Danke, Jesus!“

Erfolg als Travestiestar

Irgendwann ist er wieder auf der Straße, bei seinen Freunden und den Drogen. Als ihm eines Abends in der Disco jemand sagt, dass er als Frau wundervoll aussehen würde und sehr viel Geld verdienen könnte, nimmt er an Travestie-Wettbewerben teil, bei denen es darum geht, sich auf der Bühne überzeugend als Frau beziehungsweise Mann zu verkleiden. Er gewinnt alle mit seinem musikalischen und tänzerischen Talent und wird zum gefeierten Star. “ Ich wusste, das war falsch. Ich war ein einziger Erfolg, aber es erfüllte mich nicht. Ich fühlte wie Gott zu mir sagte:“ Mach das für mich. Gib mir dein Talent und ich werde dich gebrauchen, um zu helfen, die Welt in meinem Namen zu verändern`“, erzählt Demetri. „Ich schaute in die Augen der Menschen und sah Einsamkeit, Schmerz und Verzweiflung. Das einzige, was ich ihnen als Antwort an diesem Abend gegeben hatte, waren tolle Kleider und hohe Schuhe, aber kein Leben veränderte sich. Ich war zu mehr berufen“:

Von Gott berufen

Seitdem nutzt er die Bühne zum singen, Tanzen und Predigen. Er besucht Jugend

gruppen, Gemeinden und
Schulen, um anderen zu sagen, das es das beste ist, sein Leben, sein Talent und seine Zukunft Jesus zu geben.
Und das es für Gott keinen hoffnungslosen Fall gibt, wie seine eigene Geschichte zeigt:“ Es gibt einen Grund, das du am Leben bist. Gott hat nur einmal jemanden so einzigartig wie dich erschaffen. Du bist kein Unfall. Menschen sagen uns so oft, wir seien zu dick, hässlich oder zu dumm, oder deine Lebensumstände sind für dich so, das du nicht mehr ein noch aus weist. Du bist von Gott geliebt, denn:

Jesus sagt in der Bibel:

Denn so hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn errettet werde.
Johannes 3, 16 + 17

Jesus Christus ist der einzige, der dich wirklich liebt und dir aus deiner Not heraushelfen kann und dich auf einen neuen Grund stellt, wenn du willst.
Bete nur:
Jesus, bitte vergib mir alle meine Sünden und wasche mich bitte rein mit deinem teuren Blut von aller Schuld und Sünde. Komm in mein Leben und führe mich den rechten Weg. Ich gebe dir mein Leben.

Verantwortlich für diesen Bericht: Anton Buchholz

Demetris Geschichte ist in voller Länge als Zweiteiler in den Büchern „Tony Brown“ und „Tödliche Schuld“ des Brunnen-Verlags von Autorin und Demetris Ehefrau Damaris Kofmehl nachzulesen

Wer noch mehr über Demetri erfahren möchte, surft auf www.iamdemetri.com